Lisboa und Oeiras

Telefonate auf der Fahrt

Jugendherberge von Oeiras

 

Habe noch immer keine Übernachtung sicher. Die nächste JH, die ich eigentlich ansteuern will, ist via Internet oder Telefon von einer anderen JH zu buchen. Man nennt das auch IBN = International Booking Network. Vor zwei Jahren hatte mich deshalb die Juhe im Lissabonner Zentrum nicht genommen, als ich dort angerufen hatte. Also raus mit dem Handy. Dies ist für mich ein absoluter Notfall. Zuerst die Gebühren nochmals nachladen. Man bekommt ja immer eine Info-SMS, was man im jeweiligen Land zu tun hat. Ich befolge zwar die Anweisungen, aber es klappt nicht. Also probiere ich’s mal mit der deutschen Nummer, und siehe da, es klappt.

Der Versuch, in meiner Wunsch-JH anzurufen, ist ein einziges Chaos. Ich erhalte nie eine Verbindung. Auch bei der Ausweich-JH auf dem Weg geht nichts. Aber als ich die Stadtvorwahl hinzufüge, klappt es. Betten gibt's nur noch für Mädchen. Der Mitarbeiter glaubt mir anfangs nicht, das ich auch eins bin, und als ich ihm meinen Vornamen nenne, fragt er auch nochmals nach. Aber juhu, es klappt! Nun kann ich mit einer Riesenfreude den Rest der Fahrt so richtig genießen. Die ist auch richtig schön, mit viel Natur und vielen kleinen Ortschaften.

 

Geld muss her, also zu Fuß Richtung Innenstadt. Das American Express Center hat am Samstag natürlich zu. Klappt heute alles erst beim zweiten Mal? Der erste Bankautomat spuckt kein Geld aus, sondern möchte welches haben. Was soll denn dass? Beim zweiten klappt es aber. Noch schnell was essen und trinken, und dann aber ab in die JH.

So kommt man hin: Vom Bahnhof Apolonia mit dem Bus Nr. 28 zum Cais do Sodré. Hier mit der Suburbano (für Interrailer frei, häufige Abfahrten) nach Oeiras. Stadtplan hängt nirgends aus. Aber einige Leute rufen mir zu, wo es langgeht. Zu Fuß sind es ca. 20 Minuten. Sieht man irgendwo ein Schild, auf dem Inatel steht, ist man auf jeden Fall richtig. Die Juhe liegt hinten in einem Appartementcenter; der Eingang ist bewacht. Die Leute vom Sicherheitsdienst sind sehr nett und sprechen hervorragend Englisch. Die Juhe ist aber eigenständig. Vor dem Eingang erscheint das erste Mal ein Schild mit dem JH-Symbol; daneben steht Catalazete.

 

Ich checke gleich mal für zwei Nächte ein, darf aber auch länger bleiben. Der Service: genial. Der Strand liegt sozusagen wirklich direkt vor der Haustür. Auch hier bekommt man allen Komfort, und das Haus ist 24 Stunden offen.

Entscheide mich nach Langem mal wieder für eine warme Mahlzeit. Also ab in den Supermarkt, der hier täglich bis 21 Uhr geöffnet hat. Das Fertigmenü ist unverschämt teuer, aber auch gut.

In die City gehe ich heute nicht mehr; das wird morgen nachgeholt. In Lisboa findet zur Zeit ein Kulturfestival statt. Bei mir ist heute aber nur noch der Genuss des Meeresrauschens angesagt.