Rom

Im Land, wo die Zitronen blühen - Gen Süden ...

Essensfragen: Viele Kekse und ein netter Schaffner

2. Tag: Mo, 5. Juli

In Rom war es furchtbar heiß, so dass wir froh waren, den erstbesten Zug nach Brindisi besteigen zu können. Sofort stellten wir jedoch fest, dass wir etwas voreilig gehandelt hatten: Der Zug stellte sich als Expresszug (vgl. ICE) heraus. Die komfortable Einrichtung und die Fahrtgeschwindigkeit ließen keinen Zweifel daran. Angesichts der Tatsache, dass Interrailer bei einem solchen Zug vorher einen Zuschlag berappen müssen, beschlich uns ein ungutes Gefühl.

So bereiteten wir uns auf eine eventuelle Kontrolle durch den Schaffner vor: Andrea: Wir stellen uns dumm. Wir können nur deutsch. Wir verstehen kein Wort. Ich (Diana): Ich versteh´ sowieso kein Italienisch. Andrea: Lach nicht. Sonst denken sie, wir verarschen sie. Diana: Ich weiß, aber ich kann nicht anders. Andrea lachte auch. Ein netter Herr vom Zugpersonal teilte zu allem Überfluss auch noch leckere Kekse aus. Der Hunger quälte uns, denn wir hatten nicht gefrühstückt. Doch es war das schlechte Gewissen, das uns mehr quälte und uns verbot, uns die Süßigkeit einzuverleiben.

Schließlich war es soweit: Der Schaffner nahte. Mit aller Macht versuchten wir, uns unsere Nervosität nicht anmerken zu lassen. Die Ausreden bauten wir vor uns auf wie einen Schutzwall. Doch der Schaffner blieb äußerst gelassen. Er kassierte von jeder von uns 20 Euro Zuschlag und setzte seinen Kontrollgang fort. Obwohl der Zuschlag ein kleines Vermögen für uns darstellte, hielt uns jetzt nichts mehr davon ab, uns über die Kekse herzumachen und uns als Kunden (sprich: Königinnen) der italienischen Bahn zu fühlen.
Andrea stellte ihren Rucksack so in den Weg, dass das arme Zugpersonal mit dem Süßwarenwagen nicht mehr durchpasste.

Nach Brindisi ...