Wissenswertes um Frankreich
Staatsform, Bevölkerung und Geographie
Offizielle Bezeichnung
Französische Republik (République Française)
Staatsform
Frankreich ist eine parlamentarische Republik mit einem semipräsidentiellen Regierungssystem. Die stärkste Stellung innerhalb der Exekutive hat der französische Staatspräsident (Président de la République), während der Premierminister (Premier Ministre) die Regierungsgeschäfte leitet.
Geographische Lage
Das französische Sechseck bildet ein geographisches Brückenglied im Westen Europas zwischen Atlantik und Mittelmeerraum, zwischen Mitteleuropa und der Iberischen Halbinsel.
Die Entfernung von Frankfurt/M. bis Paris beträgt 530 km.
Fläche und geographische Daten
Frankreich bedeckt mit Korsika eine Fläche von 551.100 km² bei 3120 km Küsten, alle Buchten und Mündungstrichter mitgerechnet; sonst wären es "nur" 1600 km.
Frankreich rühmt sich des größten Badestrandes Europas: La Baule (Loire Atlantique, Pays de la Loire) ist 12 km lang. Die höchste Düne ist die Dune du Pilat (Gironde, Aquitaine - 105 m), am höchsten hinauf geht´s am Mont Blanc (Savoie, 4.807 m). Die höchstgelegene bewohnte Gemeinde ist Saint-Véran (Hautes Alpes) auf 2.200 m.
Dafür, dass es allerorten tüchtig grün und blüht, sorgen rund 6.000 Pflanzenarten, darunter 200, die nur in Frankreich vorkommen.
Klima
"La douce France" versöhnt uns allgemein mit einem gemäßigten, milden Klima, bei einigen regionalen Besonderheiten:
- an der Kanalküste, etwa westlich einer Linie Bayonne-Lille, gibt es sehr milde Winter und eher frische Sommer (ozeanisches Klima);
- im Osten (Elsass/Vogesen, Jura, im Rhônegebiet usw.) nimmt der kontinentale Einfluss zu. Das bedeutet: kältere Winter und heißere Sommer!
- in einem breiten Streifen dazwischen, also im Norden, in Zentralfrankreich und im
Pariser Becken, befinden wir uns auch klimatisch im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und gemäßigt-kontinental.
- im Süden (Midi) herrscht ein sonnenreiches, mediterranes Klima mit Regen im Frühjahr und Herbst. Im Sommer brennt die Sonne oft unbarmherzig. Beste Reisezeit für die Mittelmeerküste sind gleichwohl die Monate von Mai bis September.
- die französischen Gebirgsregionen gehorchen, je nach Höhenlage, eigenen klimatischen Gesetzen: so kann es im Zentralmassiv, in den Pyrenäen und natürlich in den französischen Hochalpen im Winter bitter kalt werden. Skisaison: Dezember bis April.
Wettervorhersage für ganz Frankreich: www.meteofrance.com.
Bevölkerung und Bevölkerungsdichte
- 64,4 Millionen
- 96 Einwohner je km²
Hauptstadt und größte Städte
Hauptstadt
Paris selbst, das heißt die 20 Stadtteile, hat etwas mehr als 2 Mio. Einwohner. Zählt man all die Vorstädte der Agglomeration Paris hinzu, so sind es über 11 Mio.
Neben der Ile de France und dem Zentrum Paris, dem französischen Ballungsraum par excellence, nehmen sich die anderen urbanen Zentren eher bescheiden aus: Marseille und Lyon streiten sich traditionell um Platz 2 (beide Großräume zählen knapp über eine Million Einwohner), gefolgt von "kleinen Großstädten" wie Toulouse, Nizza, Straßburg, Nantes, Bordeaux, Montpellier und Rennes.
Sprache
Amtssprache ist Französisch; in der Bevölkerung mehr oder weniger verbreitet - vornehmlich im Touristiksektor - sind aber auch englische, spanische und deutsche Sprachkenntnisse. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen, denn die Franzosen tun sich mit Fremdsprachen eher schwer und erwarten eigentlich sprachliche Anstrengungen ihrer Besucher. Was soll´s: "il y aura toujours quelqu´un pour vous comprendre!"
Zu den Themen, über die das offizielle Frankreich nur ungern spricht, gehören die Regionalsprachen in Gebieten, die im Laufe der Jahrhunderte zwar politisch angegliedert wurden, sich sprachlich und kulturell aber bis heute nicht ganz integriert haben. Okzitanisch, Gaskognisch, Baskisch, Katalanisch (im Roussillon), Korsisch, Bretonisch, Flämisch oder Deutsch (Elsass, Lothringen) nehmen durchaus misstrauisch erkämpfte Sonderstellungen ein.
Religion
Rund 63% Katholiken, zwischen 4-6 Mio Muslime, rund 1 Mio. Protestanten (Kalvinisten) und 700.000 Juden. 30% aller Franzosen fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig. Die Zahlen sind jedoch nur grob geschätzt, da im laizisitischen Frankreich die Erfassung der Religionszugehörigkeit verpönt ist.
Das laizistische Frankreich bezeichnet sich gerne als "première fille de l´église", obwohl Kirche und Staat fein säuberlich voneinander getrennt sind. Religionsunterricht in öffentlichen Schulen oder vom Staat kassierte Kirchensteuern gibt´s nur im Elsass und wären im übrigen Frankreich undenkbar.